Michael Schmoll - zur Person und zur Musik

Der Weg zur Musik

Michael Schmoll (*1958) wuchs in Menden (Sauerland) auf und erlebte dort auch seine erste Berührung mit der Musik. Als Achtjähriger sang er in der Knabenschola St. Josef Lendringsen. Der eigentliche Auslöser aber war ein altes Klavier, das er als 12jähriger von seinem Großvater Johann Schmoll erbte, der als Kirchenmusiker in Essen gewirkt und seinen Lebensabend in Garbeck (Sauerland) verbracht hatte. Nach den ersten autodidaktischen Versuchen am Klavier und bald auch schon an der Orgel seiner Heimatgemeinde Christ-König Hüingsen erhielt er Klavieruntericht bei Prof. Dieter Wollert, der zufällig auch in Hüingsen lebte und dessen Sohn (ebenfalls ein Michael) der engste Freund Michael Schmolls war.

Als 13jähriger begleitete er den frisch gegründeten "Hüingser Kinderchor" und als 14jähriger den örtlichen Männerchor, dem er dann alsbald auch erster Bass beitrat. Diese frühen Erfahrungen als ausübender Kirchenmusiker (Schmoll spielte seit seinem 13. Lebensjahr regelmässig Gottesdienste in seiner Heimatgemeinde und der Nachbargemeinde St. Josef Lendringsen) und als Chorsänger und Chorbegleiter sind prägend für seine späteren musikalischen Interessen. Der gute Klavierunterricht führte dazu, dass er ein Klavierstudium an der Dortmunder Musikhochschule aufnahm und sein Diplom als staatlich geprüfter Klavierlehrer ablegte. Im Laufe dieses Studiums stellte sich sein besonderes Interesse an den Fachgebieten Tonsatz und Gehörbildung heraus, in denen er dann Aufbaustudien begann und diese mit weiteren Examina abschloss. Parallel dazu blieb er dem Klavier treu und legte die Künstlerische Reifeprüfung ab.

Die Musik

Das Klavier stand lange im Mittelpunkt des aktiven Musizierens, wobei ein wichtiger Schwerpunkt neben dem Solospiel vor allem die künstlerische Liedbegleitung und auch die Chorbegleitung war. Schmoll konzertierte u.a. mit der Unna ansässigen und leider 2012 verstorbenen Altistin Rosemarie Hagemann, begleitete über Jahre hinweg die gesanglichen Examenskonzerte an der Dortmunder Musikhochschule, wirkte als Klavierbegleiter und Kammermusiker in vielen Konzerten mit und begründete Konzertreihen. Die Orgel war für Schmoll immer das Instrument des unmittelbaren Ausdrucks, was er vor allem durch die Improvistion in Gottesdiensten und Konzerten immer wieder pflegte. Er war Organist in seiner sauerländischer Heimat in Menden und Hemer und spielt seit 1999 auch die Orgel in der katholischen Kirche Icker in seiner neuen Heimat.  Durch den frühen Kontakt zur Chorszene kam allmählich die Chorleitung hinzu. 1979 übernahm er als ersten Chor den MGV Concordia Lendringsen, einige Wochen später den katholischen Kirchenchor Christkönig Hemer und Anfang 1980 den MGV Sängerbund Ihmert . Letzteren leitete er bis zu seinem Umzug nach Osnabrück 1998 und ist nach wie vor Ehrenchorleiter dieses Chores. Er war Leiter des MGV Eintracht Lössel , dessen 100jähriges Jubiläum er maßgeblich gestaltete. Die Leitung des Chores der Musikhochschule Dortmund und später die Leitung des Studentenchores am Konservatorium Osnabrück führte 1989 zur Gründung "seines" Kammerchores Corona Vocalis , dem er bis heute als Chorleiter vorsteht. Seit 2001 leitet er die Icker Kantorei und damit den gemischten Laienchor, für den er von Anfang viele seiner Stücke schreibt. 2007 kam dann der Kinder-und Jugendchor Rhythmics-Icker dazu, den er bis 2020 gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Robers-Schmoll leitete. Immer wichtiger wurde ihm das Komponieren und Arrangieren, das er vor allem als Chorpraktiker betreibt. So entstanden im Zeitraum 1998 bis heute zahlreiche Stücke, die er selbst zur "Gebrauchsmusik" zählt und die dank der Internetpräsenz "Schmoll-Musik", die es seit 2003 gibt, europaweite Verbreitungen gefunden haben.   

Arbeitsstellen - beruflicher Werdegang

1976 begann Michael Schmoll seine musikpädagogische Berufstätigkeit mit einem kleinen Lehrauftrag für Klavier an der Musikschule seiner Heimatstadt Menden. Nach Tätigkeiten an der Musikschule Iserlohn und dem Ableisten des Wehrdienstes trat er 1981 eine Stelle als hauptamtlicher Lehrer für Klavier und Musiktheorie an der Musikschule der Stadt Hemer an und erhielt im gleichen Jahr zusätzlich einen Lehrauftrag für Gehörbildung an der Musikhochschule Dortmund. 1985 erhielt einen Ruf als hauptamtlicher Dozent für Tonsatz, Gehörbildung und Klavier an ebendiese Musikhochschule. Zum Jahresbeginn 1989 erfolgte erstmals ein beruflicher Wechsel in die Friedensstadt Osnabrück, wo Michael Schmoll eine Tätigkeit als Leiter der Studienabteilung und stv. Direktor des Konservatoriums Osnabrück aufnahm. Neben den organisatorischen Aufgaben dieses Amtes leitete er den Studierendenchor, erteilte Unterricht in Tonsatz und Gehörbildung und begründete u.a. den Diplomstudiengang "Musiktheorie und Gehörbildung" in Osnabrück. Zum Sommersemester 1991 erhielt er einen Ruf als Professor für Musiktheorie an die Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Heidelberg-Mannheim , wo er bis einschl. Sommersemester 2001 lehrte und u.a. stv. Studiengangsleiter der Schulmusik war. Seit dem Wintersemester 2001 ist er Professor für Musiktheorie, Gehörbildung und Arrrangement am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück , dem er mehrere Jahre lang auch als Institutsleiter und Studiendekan vorstand. Seit dem WS 2012 widmet er sich dort ganz seiner Professur, zu deren Inhalten u.a. auch das "Komponieren für Chor" und die Pop-Musiktheorie zählen. Daneben übt er einen Lehrauftrag für Solmisation/Tonika-Do an der Hochschule für Musik Detmold aus.

Musikalisches und verbandliches Engagement

 1993 gründete Michael Schmoll seine Musikakademie Dümmer-See , das ist eine alte Dorfschule im malerischen Ferienort Hüde, die er zu einer musikalischen Begegnungs-und Probenstätte umbaute. Das Haus mit 35 Bettenplätzen ist nun seit 20 Jahren in Betrieb und beherbergt Chöre, Musikgruppen, Schulkklassen und andere Gruppen. Gemeinsam mit OSTR Ekkehard Sauer und Dipl. Inf. Jürgen Kricke (München) führte er dieses Haus und organisierte u.a. jährlich dort seine "Intensivkurse Musiktheorie und Gehörbildung" für junge Menschen, die sich auf die Aufnahmeprüfung zu einem Musikstudium vorbereiten. Über 70 Kurse haben schon stattgefunden, die immer ausgebucht sind. Die Akademie hat seit dem 1.1.2020 den neuen Namen "Surf & Chords" und wurde von Robin Poetter übernommen. Die Intensivkurse finden seit Beginn der Coronapandemie online statt - das Format hat sich überaus bewährt.

Schmolls Idee, mehr Kinder schon früh an das Singen heranzuführen, wurde unter dem Dach des Chorverbandes NRW im Kinder-Singförderprojekt Toni-Singt realisiert. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Landes NRW gefördert und erreicht inzwischen nahezu 70.000 singende Kinder (Tendenz permanent steigend). 22 Jahre lang gehörte Schmoll dem Musikausschuß des Chorverbandes NRW an - davon 17 Jahre lang als Landeschorleiter.

Seit fast 30 Jahren wirkt er an der Landesmusikakademie NRW als Dozent in den quailifizierenden Lehrgängen der Laienmusik.

Seit 2015 arbeitet er an einem eigenen LEHRWERK für Kreatives Musikschreiben, Musiktheorie und Arrangement. Das Werk mit dem Titel "Cross Over" ist nahezu fertiggestellt und so konzipiert, dass alle Übungen und Beispiele "lebendig" in den Notationsprogrammen Musescore und Sibelius sowie als XML - und MIDI-Dateien vorliegen. Im Moment wird das Material an der Hochschule Osnabrück und der Landesmusikakademie NRW praktisch erprobt und ist auf der Plattform "Detmold Music Tools" online verfügbar. Auch die Intensivkurse Musiktheorie/Gehörbildung werden durch Übungen auf der Plattform nachhaltiger. Bei Interesse gern melden.

Hobby

Ja - dafür muss es mal Zeit geben: Schmoll ist Eisenbahnfan und hat 1993 einen alten Bahnhof im Sauerland gekauft und sogar einige Jahre in diesem Bahnhof gewohnt. Es ist der Bahnhof Binolen im romantischen Hönnetal in seiner Heimat. Michael Schmoll hat dort den Förderverein Kulturbahnhof gegründet, dessen Vorsitzender er nach wie vor ist - auch wenn der Bahnhof inzwischen in neuen Besitz eines gleichgesinnten Eisenbahnfreundes übergegangen ist. Jede Gelegenheit, dem wunderschönen alten Bahnhof einen Besuch abzustatten und auch mal mit dem "Binoler Schienenfloh" (einer Motordraisine aus dem Jahre 1952) über die Schienen zu gleiten, wird genutzt.

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